24.10.2020 – Bergsommerausklang 2020

Fast hätte es geheißen: Stell dir vor, es ist Bergsommerausklang – und keiner geht hin. Aber sogar der bis zum Mittag grassierende Regen konnte eine kleine Schar nicht davon abhalten, unserem traditionellen Vereinsfeiertag ein bisschen Leben einzuhauchen. Wenn schon die Möglichkeiten aus hinlänglich bekannten Gründen überschaubar waren, so lag doch eine Spur Extravaganz in der Luft. Es ging in diesem Jahr nämlich zu einem überaus herrschaftlichen Vergnügungswanderungsziel. Nein, nicht nach Neuschwanstein, Hohenschwangau und sonstigen Touristenfallen, sondern ins märchenhaft verzauberte Schloss im Loch (oder schlicht Schlossloch). Was, kennt ihr nicht? Na, dann hättet ihr dabei sein müssen! Von Walderlebniszentrum Ziegelwies stiefelten wir durchs frühere Dreiländereck – dort also, wo wir sonst immer Richtung Lechtaler Alpen unbeeindruckt vorbeifahren. Um 1800 berührten sich auf diesem Fleckchen Erde die Grenzen des Kurfürstentums Bayern, des Hochstifts Augsburg und der Grafschaft Tirol. Hoch über der Pinswanger Lechbiegung fanden wir den romantischen Felsvorsprung, in dem vor langer Zeit eine Höhlenburg angelegt war. Wo möglicherweise einmal Raubritter die Aussicht genossen und vorbeiziehenden Händlern das Leben schwer machten, soll noch früher eine keltische Opferstätte in Betrieb gewesen sein. Wir ließen uns natürlich von diesem magischen Ort einfangen und werden Uneingeweihten nicht einmal unter Gewaltandrohung verraten, wo er eigentlich liegt. Zurück zum Parkplatz ging es auf und über einen mit Herbstlaub bedeckten Höhenrücken, unter dem strahlend blauen Oktoberhimmel. Ach ja, eingekehrt sind wir natürlich auch: Im Café Seeblick lagerten am späten Nachmittag noch gerade so viel Stücke Heidelbeer- und Bananentorte, um uns den Abschied  vom Bergsommer zu versüßen.

(dabei waren: Bernhard, Marina und Siegi, Ursula und Paul, Gabi, Michael)

[Fotos und Text: Michael]

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